| | Silberhartlote
Erhältlich sind die verschiedensten Lotlegierungssysteme. Für das Hartlöten von
Kupfer untereinander und mit anderen Werkstoffen wie mit Stählen zum Beispiel
eignen sich vor allem die silberhaltigen Hartlote auf der Basis Silber-Kupfer,
Silber-Kupfer-Zink, Silber-Kupfer-Zink-Cadmium oder Silber-Kupfer-Zink-Zinn. Bei
deren Verwendung zum Löten unter Atmosphäre ist immer ein Flußmittel erforderlich.
Phosphorlote
Nickelfreie Kupferwerkstoffe
können auch mit den preisgünstigen phosphorhaltigen Hartloten ( Kupfer-Phosphor
mit oder ohne Silber ) gelötet werden. Bei der Hartlötverbindung Kupfer mit Kupfer
können phosphorhaltige Hartlote an der Atmosphäre ohne Flußmittel verlötet werden.
Bei der Erwärmung verbrennt ein Teil des einlegierten Phosphors zu Phosphorpentoxid,
das sich mit dem auf der Kupferoberfläche entstehenden Kupferoxidul zu Kupfermetaphosphat
umsetzt. Dieses besitzt Flußmittelwirkung und überzieht gleichzeitig das geschmolzene
Lot und die nähere Umgebung der Lötstelle mit einer schützenden dunkelgrauen Schicht.
Dieser Belag kann, sofern es aus optischen Gründen nicht stört, auf der Lötstelle
verbleiben und muß nicht wie z.B. Flußmittelreste, aus Gründen einer Korrosionsgefahr
entfernt werden. Phosphorlote werden überall in großem Umfang eingesetzt :
bei der Kupferrohrinstallation
( technische Gase ) in der
Industrie ( Elektromotorenbau, Transformatorenbau, Wärmetauscher )
in der Kälte- und Klimatechnik
Phosphorhaltige Hartlote dürfen allerdings
nicht für Verbindungen mit Stahl oder Nickellegierungen verwendet werden. Denn
durch Reaktion des Phosphors mit Eisen oder Nickel entstehen spröde Reaktionsschichten,
die zu einer Zerstörung der Lötstelle führen kann.
Zinkhaltige Kupferwerkstoffe
( Messing, Rotguß ) können in Verbindung mit geeigneten Flußmitteln auch mit Phosphorloten
verlötet werden.
Messinghartlote
Messinghartlote
sind Lotlegierungen aus Kupfer und Zink. Die Arbeitstemperatur liegt über 900
°C. Ihre Anwendungsgebiete finden sich im Stahlbau ( Möbelbau, Behälterbau, Ladenbau
) oder beim Hartlöten von verzinkten Stahlrohren, welches im Fugenlötverfahren
ausgeführt wird. Da beim Fugenlötverfahren relativ große Lotmengen erforderlich
sind, scheiden silberhaltige Hartlote aus wirtschaftlichen Gründen meist aus.
Bewährt haben sich vor allem flußmittelumhüllte oder gefüllte bzw. gedrillte Messinglote.
Neusilberlote
Sind Messinglote mit
10 % zulegierten Nickel , welche bei annähernd gleicher Arbeitstemperatur eine
höhere Festigkeit und ein Fließverhalten ähnlich den der Silberhartlote bewirkt.
Aluminium Hartlote
Zum Hartlöten von
Aluminium und Aluminiumlegierungen kommt überwiegend das Hartlot SL-AlSi12 zum
Einsatz. Da dessen Arbeitstemperatur bei 590 °C liegt, können damit nur solche
Aluminiumlegierungen hartgelötet werden, die eine Solidustemperatur von mindestens
640 °C aufweisen. Aluminiumwerkstoffe werden überwiegend unter Verwendung von
Flußmittel hartgelötet. Sie können mit Nickel- und Nickellegierungen wie auch
mit Chrom-Nickel-Stählen verbunden werden. Eine Hartlötverbindung Aluminium mit
Kupfer ist nicht möglich. Sofort nach dem Benetzen des Lotes legieren sich Aluminium
und Kupfer miteinander; dabei erniedrigt sich der Schmelzpunkt so sehr, daß die
feste Form der Bauteile verloren geht. |