Wenn
man vom Löten spricht, wird in der Regel das Spaltlöten gemeint. Dies bedeutet,
zum Füllen der Fügestelle nutzt der Löter die Kapillarwirkung eines engen Spaltes.
Treibende Kraft ist der kapillare Fülldruck. Die optimale Spaltbreite
für eine Spaltlötung liegt zwischen 0,05 und 0,2 mm. Durch den Einfluss
des kapillaren Fülldruckes werden auch Lötspalte entgegen der Schwerkraft vom
flüssigen Lot gefüllt. Der kapillare Fülldruck hat bei der Hartlötung entscheidende
Bedeutung. Er entsteht nach dem Benetzen des Lotes in engen Lötspalten. Eine gute
Benetzung verlangt zunächst metallisch reine Stossflächen. Flussmittel,
Schutzgas oder Vakuum dienen dazu, solche metallisch reine Oberflächen bei Grundwerkstoff
und Lot zu gewährleisten. Daher sind Presspassungen zu vermeiden, da beim Einsatz
von Flußmitteln Mindestmengen dieser für die Beseitigung von Oxidhäuten auf den
zu verbindenden Oberflächen benötigt werden. Mindestspaltbreiten gelten daher
bei Kupfer als notwendig und sind ebenfalls in den Bauteiltoleranzen berücksichtigt.
Hieraus resultiert, daß der Einsatz zugelassener Rohre und Fittinge im Sinne der
Prozeßsicherheit als ausschlaggebend ist. Die Regelwerke schreiben aber auch die
Überlappungslängen bzw. Einstecktiefen der Rohr-Muffen-Verbindungen vor,
sie sind für die ausreichende Festigkeit der Lötstelle verantwortlich. Die für
die Installation zugelassenen Fittinge weisen heute ausnahmslos Einstecktiefen
auf, wie sie für das Weichlöten mit seiner geringeren Schwerfestigkeit geeignet
sind.
Die zu
verbindenden Lötenden ( Kupferrohr und Fitting ) müssen sauber und fettfrei sein.
Das Säubern sollte mit metallfreien Reinigungsvliesen erfolgen, wobei die durch
die mechanische Bearbeitung entstehenden Riefen idealerweise in Längsrichtung
des Rohres verlaufen, da dies die Durchlötung verbessert.
Die einzusetzenden Wärmequellen orientieren sich an der Löttemperatur und der
Größe der Bauteile. So reichen Propan-Luft und Azetylen-Luft-Brenner
für das Weichlöten völlig aus. Die Erwärmung durch das elektrische Widerstandsgerät
kommt bei Cu-Rohren bis zu 22 mm zum Einsatz, womit insbesondere bei Altbauten,
Gebäudesanierungen und Reparaturen eine mögliche Brandgefahr ausgeschlossen wird.
Für höhere Arbeitstemperaturen kommen in der Regel Azetylen-Sauerstoff-Gemische
zum Einsatz, wie sie prinzipell auf jeder Baustelle verfügbar sind. Beim Wechsel
des Lötverfahrens von Hart- auf Weichlöten sind auch die Erwärmungsquellen zu
berücksichtigen, um eine fachgerechte Erwärmung zu gewährleisten.
Ein Überhitzen
ist grundsätzlich zu vermeiden.