Die Edelmetallpreise explodieren weiter: nicht nur der Goldkurs, der seit letztem Freitag von 296,20 $/Unze auf 321,50 $/Unze (Stand 29.09.99, 13:45 Uhr) gestiegen ist sondern auch die anderen EM-Kurse ziehen kräftig an. Das in Washington erzielte Stillhalteabkommen der Notenbanken von letzter Woche haben offensichtlich nicht nur Auswirkung auf den Goldpreis, auch bei Platin und Silber stiegen die Preise seit Freitag um +12,1% bzw. +7,30%. Für den Präsidenten der Europäischen Zentralbank, Wim Duisenberg, kam die Reaktion beim Gold nicht unerwartet. Die EZB hatte mitgeteilt, ihre Zentralbank-Mitglieder des Euro-Systems plus der Zentralbanken Englands, der Schweiz und Schwedens würden in den nächsten fünf Jahren nur die bereits vereinbarten Mengen an Goldverkäufen ausführen. Dabei werde die jährliche Verkaufsmenge nicht größer sein als 400 Tonnen und demnach nicht die Marke von 2000 Tonnen über die Laufzeit von fünf Jahren überschreiten. Die laufenden Verkäufe der Bank of England, die zuletzt auf den Goldpreis drückten, sind dabei inkludiert. Es wurde betont, daß Gold ein wichtiges Element der weltweiten monetären Reserven bleiben werde. Die Banken haben sich zudem darauf geeinigt, im gleichen Zeitraum ihre Gold-Leasing und –Termingeschäfte nicht auszuweiten. Damit hat eine Gruppe von Zentralbanken, die fast 50 % aller Goldbestände hält, den Raum für Gerüchte und Spekulationen dramatisch eingeschränkt. Die anderen wichtigen Banken, allen voran die der USA, haben auch in der Vergangenheit keine Verkäufe durchgeführt. Die monatelange Lustlosigkeit auf dem Edelmetallmarkt scheint damit ein rasches Ende gefunden zu haben. Zusätzlich kam aktuell der Dollar unter Druck und auch die europäischen Börsen notierten schwächer. Angesichts schwelender Zinsängste, die die Aktienmärkte belasten und eines möglichen Anstiegs der Inflation dürfte Gold wieder verstärkt ins Anlegerinteresse rücken. Die Entwicklung ist in Anbetracht der bereits auf Hochtouren für das kommende Weihnachtsgeschäft produzierende Schmuckbranche insofern von Interesse, als der physischen Bedarf bis Weihnachten traditionell steigt. Auf der anderen Seite werden viele Privatpersonen sich angesichts der attrativen Preise von Bruchgold, altem Schmuck etc. trennen und den Scheideanstalten zur Einlöse bringen, wo die enthaltenen Edelmetalle auf´s Gramm genau zum Tageskurs bar vergütet werden. Es kann daher mit Spannung der weiteren Entwicklung betrachtet werden. Der Vizepräsident der deutschen Bundesbank, J. Stark erklärte, er erwarte eine nachhaltige Stabilisierung des Goldpreises. Die Goldanalysten W. Wrzesniok von Dresdner Kleinwort Benson und N. Fraenkel von Chase Manhattan rechnen bereits mit weiteren Steigerungen. Als Grund dafür wird genannt, daß die Fonds, die in jüngster Zeit rund 1000 Tonnen leer verkauft haben, nun im derzeitigen engen Markt mit dem Rückkauf beinnen müßten. Zudem sind die Terminmarkt-Aufschläge stark zurückgegangen, was es für die Goldminen deutlich weniger attraktiv macht, weiter auf Termin zu verkaufen. Die Ögussa Edelmetall als führendes Edelmetall-Unternehmen Österreichs bietet für alle Interessierten die jeweils aktuellen Tageskurse im Internet unter http:\\www.oegussa.at. Marcus Fasching
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